Riley 9 H.P. Brooklands Speed
1926 wurde auf einer Motor Show der Nine vorgestellt. Damit sollte ein neues Zeitalter für die Riley (Coventry) Ltd. eingeläutet werden. Schnell wurde aus dem Modellnamen umgangssprachlich „The Wonder Car“. Percy und Stanley Riley waren die Schöpfer des Autos. Die beiden konstruierten den Motor und bis 1957 konnte diese Bauweise überleben.
Es war ein Reihen-Vierzylinder mit 32 PS. Das Besondere daran war der Hubraum von nur 1087 cm³. Grund dafür sind die hängenden Ventile, die von zwei Nockenwellen angetrieben wurden. Dadurch kann das Gewicht der beweglichen Teile niedrig gehalten werden. Der Zylinderkopf hatte Brennräume, die wie Halbkugeln aussahen. Zum Motor kam ein normales Chassis mit einem Limousinen- oder Tourenaufbau, der mit Stoff bespannt war. Ab 1929 bekam er dann schicke Speichenräder.
Schon Ende 1926 versuchte sich der Rennfahrer J.G. Parry Thomas an dem Umbau des Nine. Es sollte ein sportlicher Rennwagen werden. Aber nach seinem Tod im Jahr 1927 musste sein Freund Reid Railton die Arbeiten übernehmen. Damit konnte er aber die 10 erfolgreichsten Jahre des Riley einläuten. Er nannte das Auto Speed Model und etwas später dann Brooklands Speed Model (kurz nur Brooklands).
Die Modelle 100 bis 110 wurden bei Thomson & Taylor Ltd. in Brooklands gefertigt. Später dann aber direkt bei Riley.
Der Rahmen wurde so gebaut, dass alles nach der vorderen Achse nach unten geknickt wurde. Das war die Underslung-Bauweise. Die Räder hingen an Starrachsen und hatten einen Radstand von 2438 mm. Anfangs baute man einen Wagenkörper aus Stahl auf einem hölzernen Rahmen. Leider war das Auto nicht jedem Wetter überlegen. Die Frontscheibe war flach und umklappbar. Der Innenraum war eher ungemütlich und der Einstieg erfolgte über kleine Türen. Bei der Rennversion fehlte so was voll und ganz. Durch die tiefen Kerben konnte man fast auf den Fußboden langen.
Der Motor erhielt besondere Aufmerksamkeit. Die Kolben konnten eine bessere Kompression überstehen. Die scharfen Nockenwellen, die Horizontalvergaser, ein vierfach verzweigter Auspuffkrümmer und die speziellen Öl- und Wasserpumpen vervollständigten die Neuerungen. Durch eine Öffnung konnte schnell und unkompliziert Schmierstoff eingefüllt werden. Leider musste man dabei auf die Finger aufpassen und man verpasste der Klappe den Spitznamen „Rattenfalle“. Alle diese Modifizierungen ergaben in der Summe 18 zusätzliche Pferdestärken. Da die Rennversion leichter war, konnte man Geschwindigkeiten über die 130 km/h erreichen.
Der Riley Speed konnte viele Erfolge einfahren. Dazu gehörten zum Beispiel die Plätze 2,3,5,6,12 und 13 in der Gesamtwertung bei dem 24- Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1934.