Mercedes-Benz S, SS, SSK, SSKL

Am 19. Juni 1927 fand das Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring statt. Die erste Startreihe wurde von weißen Fahrzeugen, die den aktuellen Stand der Technik hatten, belegt. Außerdem gab es da noch den 630 K von Mosch und den Typ S sogar zweimal. Dieser war ein Produkt aus dem vorhergehenden Jahr, als man sich zur Daimler-Benz AG verschmolz. Das K-Modell konnte man als Mitbringsel in die Ehe bezeichnen.
Auf den ersten Blick sah man eigentlich, dass die beiden Modelle ziemlich ähnlich waren. Aber schaute man genauer hin, so kann man Vorgänger und Nachfolger gut unterscheiden. Der Neuling übernahm aber auch einige Dinge. Dazu gehörten die klassische Konstruktion des Fahrwerks mit einem U-Profil-Rahmen, die starren Achsen und die Halbelliptikfedern. Der Radstand blieb auch wie gewohnt bei 3400 mm. Der Schwerpunkt des Wagens konnte tiefer gelegt werden. Dies erreichten die Bauer durch das Hochkröpfen des Rahmens. Die hinteren Federn kamen ab jetzt unter die Achse.
Der Motor konnte 180 PS leisten. Es war ein Sechszylinder mit 6800 cm³. Der Motor hatte keinerlei Probleme selbst mit vier Passagieren an Bord ohne Ruckeln aus dem Stand auf die 165 km/h zu kommen. Der Block bestand aus Silumin. Das ist eine Legierung aus den Komponenten Aluminium und Silicium. Die Zylinderköpfe waren abnehmbar und aus Graußguß bestehend. Das Roots-Zweiflügelgebläse versorgte die beiden Druckvergaser.
In dem Jahr 1928 konnte der S 53 Rennen gewinnen und 17 Rekorde aufstellen. Schon deshalb wurde das Auto zu einem Mythos. Bauherr des K war der damals noch zu Daimler-Benz gehörende Ferdinand Porsche.
Insgesamt wurden 374 Stück gefertigt, aber nur 50 Prozent davon kamen zum Einsatz in Rennen. Obwohl sie riesig waren, waren sie gut für den Alltag brauchbar. Die Triebwerke waren sehr robust und hatten schon Leistung auch bei kleinen Drehzahlen. Aber nur wenige kamen in den Genuss des Sportwagens.
Das Kürzel S stand für Sport und ab 1928 gab es noch die SS-Kombination. Ab jetzt war der Supersportler noch kräftiger und hatte einen Hubraum von 7065 cm³. Im nächsten Jahr kam dann noch SSK hinzu. Super Sport Kurz war die Übersetzung dafür und beschreibt einen auf 2950 mm verkürzten Radstand. Der SSKL (L für leicht) wurde nur dreimal verkauft.
Max Wagner und Hans Nibel hatten aus dem SSK soviel herausgeholt, wie es noch vertretbar war. Und das war nicht einfach für einen 1500 Kilogramm schweren Wagen.
Dann wurde auch noch der knapp gehaltene Roadster für Rennen zugelassen und er sollte die Erfolgsserie des S nachholen.