Mercedes-Benz 630 K
Beide hatten eine Vorliebe für Kompressoren, obwohl sie doch so unterschiedlich waren. Porsche war der Meinung, dass diese bei Renn- und Repräsentationsfahrzeugen das gewissen extra ausmachten.
Die beiden großen Sechszylinder-Motoren, die ab 1924 gebaut wurden, wurden mit Applaus empfangen. Beide wurden als Tourenwagen definiert.
Nachdem Daimler und Benz im Jahr 1926 verschmolzen, wurden die zwei Modelle in 400 und 630 umbenannt. Die Motoren unterschieden sich nur durch ihre Abmessungen. Neu war die Verbindung von Kurbelgehäuse und Zylinder in einem Leichtmetallblock. Die Laufbuchsen waren einzeln eingezogen und der Kopf bestand aus Gusseisen. Die Nockenwelle drehte sich, darunter waren die Königswelle und die Schraubenräder verbaut. Vorne trug sie den Flügel. Durch einen wabenförmigen Kühler wurde die Luft eingeschleust und darunter befand sich ein Roots-Gebläse.
Die Modellreihe war das Vorbild für viele Karosserien. Viele der Fahrgestelle wurden mit den Sindelfinger Aufbauten verziert. Dazu gehören zum Beispiel Erdmann & Rossi, Reutter, Papler, Balzer, Million Guiet und Farina. Je nach Geschmack waren die Materialien Holz oder Aluminium. Die Aufbauten waren entweder als Limousine oder als Cabriolet ausgestattet. Getragen wurde das ganze von Holz- oder Drahtspeichenräder.
Das begehrteste Auto des Unternehmens wurde der Typ K. Es war ein zwei- oder viersitziger Tourer. Auf Basis des 630 hatte er einen auf 3400 mm verkürzten Radstand. Es wurden hinten Underslung-Halbfedern verbaut. Ab 1927 wurden diese Teile auch für den 400 und für den 630 verwendet. Weitere Neuerung waren die drei Auspuff-Metallschläuche. Diese endeten rechts aus der langen Motorhaube.
Erkennungsmerkmal dieser Modellreihe war die rechteckige Klappe über dem Trittbrett. Das war der Zugang zu den zwei Schmiernippeln der vorderen Federlasche.
Der Kompressor konnte 140 PS Kraft aufbringen. Aber das war den Machern des Typ K noch nicht genug. 1928 bekam das Modell K nochmals Kraft. 110 PS ohne und 160 PS mit Kompressor. Die zwei Tonnen Gewicht konnten auf 145 km/h beschleunigt werden. Der Verbrauch lag dabei aber bei 25 Litern.
Auf Wunsch der Kundschaft wurde der 630 nur noch mit dem stärkeren Motor ausgerüstet. Ab jetzt nannte man ihn „Typ 630 mit K-Motor“.
Leider hörte die Produktion des Modells im Jahr 1929 auf. Restbestände wurden aber noch bis 1934 verkauft.