Ford A Roadster

Das A bedeutete in der Welt von Ford den Anfang und die Fortsetzung der Faszination.
Nachdem 19 Jahre die Tin Lizzy (Blechliesel) gebaut wurde, wurde sie langsam langweilig und abgenutzt.
Was nutzt das beste Auto, wenn es keiner kaufen mag. Aber anders bei dem Modell A. Am 1. Dezember 1927 wurde das Auto vorgestellt. Schon gleich am frühen Morgen drängelten über 15.000 Menschen vor der Niederlassung am New Yorker Broadway und wollten den Neuling sehen. Sie standen dann vor einer 165 Meter langen Tafel mit der Aufschrift „Hier ist der neue Ford“.
Auch in den nachfolgenden Tagen ließen es sich die Menschen in Amerika nicht nehmen und gingen zu den Händlern. Problem bei so einer großen Nachfrage war natürlich das Angebot. Bis zu vier Jahre musste man auf die Lieferung warten. Und schon bald waren fast fünfzig Prozent der weltweit zugelassenen Autos ein A-Modell.
Zwischen der Einführung des Ford A Roadster und dem Ende im März 1932 wurden insgesamt 4 849 340 Stück gebaut und verkauft.
Grund für die guten Verkaufszahlen war die einfache und konventionelle Bauweise. Das Auto war einfach zu bedienen und erinnerte an einen Baukasten. Die Karosserie bestand aus einem Holzrahmen und wurde mit Platten aus Blech ummantelt. Damit alles hält, wurden noch Pressstahlstrukturen vernietet.
Die Räder wurden an Starrachsen angebracht. Die Werbung beschreibt das Auto als schnell und geräuschlos.
Der große Vierzylinder hatte eine seitliche Nockenwelle und 3286 cm³. An Leistung brachte er 40 PS und innerhalb von 15 Sekunden war der Roadster auf Tempo 60 km/h und bisschen später auch in der Nähe von 100 km/h.
Einen Nachteil hatte aber auch dieses Modell. Die Gestängebremsen dürften sich eigentlich gar nicht so nennen. Ford war nämlich der gleichen Auffassung wie Bugatti, dass ein Auto zum Fahren und nicht zum Bremsen gebaut wurde.
Die Probefahrt, die er mit seinem Sohn unternahm, endete in einem Crash. Grund dafür war das Versagen der hydraulischen Bremsen. Aber durch den Unfall änderte Ford ganz schnell seine Meinung und ließ die Bremsen ändern.
Zur Auswahl standen insgesamt vier verschiedene Farben und unzählige Aufbauten. So gab es eine zwei- oder viertürige Limousine, einen offenen Tourer, ein Coupé und den Roadster.
Auch die Serienausstattung war für damalige Verhältnisse recht umfangreich. Man bewarb den Wagen mit elektrischer Beleuchtung, elektrischen Anlasser, fünf Räder mit Drahtspeichen, Scheibenwischer, Geschwindigkeitsmesser und anderen Dingen, die heute zur Selbstverständlichkeit gehören.
Für einen Preis von 4110 Reichsmark konnte man in Deutschland das Modell Tudor. Der Preis enthielt schon Fracht und Zoll und war um ein Drittel günstiger, wie ein Fahrzeug, welches direkt in Deutschland gebaut wurde.
In Berlin lief der erste Ford A am 20. August des Jahres vom Band. Die Version AF hatte 28 PS und wurde extra für den Markt in Europa gebaut. Die Nachfrage war aber leider nicht besonders groß.
Am 2. Juni 1931 sollte ein PKW aus dem neuen Werk in Köln-Niehl vorgestellt werden. Aber man belog die Leute, denn es war ein Auto aus Amerika, was aus Zeitnot bestellt wurde.