Duesenberg J und SJ
Irgendwie klingt das deutsch. Aber wieso dann in den USA ? Die Familie Düsenberg aus dem Lipper Land wollte ihr Glück in der Neuen Welt Amerika suchen. Sie schnappten sich 1885 ihre Sachen und machten sich voller Mut und Zuversicht in die USA. Auch die beiden Söhne kamen mit. Fortan hieß Fritz Fred und der August wurde zu Augie umbenannt.
Die beiden hatten viel Ambition und Talent. So konnten sie beide eine tolle Karriere beginnen. 1923 gründeten sie gemeinsam die Duesenberg Motor Co. in St. Paul Minnesota. Seitdem bauten die Brüder Motoren für Schiffe, Flugzeuge und Rennwagen. Ihr Ziel war es, mit dem besten Auto in die Geschichte einzugehen.
1920 war es dann soweit. Der erste Weltrekord konnte gemacht werden. Tommy Milton konnte mit 251,6 km/h über eine Meile am Strand jagen. Schon ein Jahr später brachten die Brüder ein komplettes Auto auf den Markt, den Duesenberg A. Dieser hatte 100 PS und einen Reihenachtzylinder. Neu an dem Auto war, dass dieser erstmals in einem amerikanischen Serienauto verbaut wurde und durch eine Vierradbremse verzögert wurde.
Mit einem anderen Produkt konnten sie beim Großen Preis von Österreich siegen und auch bei dem Rennen von Le Mans erzielten sie mit Jimmy Murphy den ersten Platz. Aber auch in den Folgejahren 1922, 1924, 1925 und 1927 rissen die Erfolge nicht ab.
Aber trotzdem kam die Firma in finanzielle Schwierigkeiten. Aber Erret Lobban Cord kam zu Hilfe. Er kümmerte sich um die Vereinigung der eigenen Firma mit Duesenberg. Daraus entstand dann endgültig 1926 die scheinselbstständige Duesenberg Inc.
Nachdem die Aktion vollbracht wurde, sollten Fred und Augie für Cord den schnellsten, größten und kräftigsten Serienwagen herstellen. Die Kosten waren Cord egal. Er ließ die beiden einfach machen.
Heraus kam der Duesenberg J von 1928. Er ging in die Geschichte ein. Der Radstand der kurzen Version maß 3620 mm, die lange hingegen 3899 mm. Die bekannten Schauspieler Clark Gable und Gary Cooper bekamen sogar eigene Radstände. Aber den teuersten Vogel schoss der Prediger „Devine“ ab. Für umgerechnet 100 000 Reichsmark (der Mercedes SSK kostete 40 000) ließ er sich ein Modell bauen.
Aber für den großen Geldhaufen bekam man auch viel Luxus. Das Fahrwerk bestand aus dem besten Molybdänstahl, den es gab. Beeindruckend ist auch der stärkste Reihenachtzylinder. Der Zylinderkopf aus Leichtmetall hatte zwei Nockenwellen, die insgesamt 32 Ventile betätigten. Die Pferdestärken betrugen 265 PS aus einem 6871 cm³ großen Hubraum.
Der Schalldämpfer leistete volle Arbeit und minimierte die Geräusche auf ein aushaltbares Niveau.
Der zweite Gang ging bis zu einer Geschwindigkeit von 142 km/h, der dritte sogar bis 187 km/h. Tempo 160 konnte unter 20 Sekunden erreicht werden.
1932 kam dann eine noch stärkere Version heraus. Dieses hatte 320 PS und einen Kompressor an Bord. Der SJ konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h erreichen. Aber das verbarg man gekonnt im Kleingedruckten.
1937 ging die Ära dieser Modelle nach 472 gebauten Stück zu Ende.