Bugatti 43/43 A Grand Sport

In den zwanziger Jahren wollten einige zahlungskräftige Kunden einen Wagen, der so aussieht, als würde er direkt von der Rennstrecke kommen. Aber dennoch sollte er auch im alltäglichen Leben nutzbar sein. Es gab verschiedene Modelle, die diesen Punkt erfüllen. Dazu gehörten der Vauxhall 30/98 OE, der Bentley 3-litres oder der Alfa Romeo 6C 1750.
Aber auch das Unternehmen Bugatti wollte sch an dem Trend beteiligen. Im Frühling 1927 kam der Typ 43 auf den Markt. Er setzte gleich von Anfang an neue Maßstäbe. Nicht allein durch die angegebene Höchstgeschwindigkeit von über 100 Meilen pro Stunde. Aber Bugatti schrieb das nicht nur auf die Papiere, nein sie konnten es auch praktisch nachweisen.
Der T43 war eng verwandt mit dem Bugatti Typ 35B, der bei den Grand Prix an den Start ging. Der Motor mit 8 Zylindern wurde übernommen. Er wurde jeweils zu zwei Vierzylindern aufgeteilt und bekam gegossene Köpfe aufgesetzt. Die Nockenwelle lag oben und konnte zwei Einlassventile betätigen. Der Roots-Kompressor konnte die Motordrehzahl erhöhen und der Wagen hatte viel mehr Kraft zur Verfügung.
Das Verhalten beim Gaspedaltreten war phänomenal. Ettore Bugatti hatte immer Gefallen daran, die Menschen durch seine Einlagen zu überraschen. Er machte den lauten Motor an, legte den vierten Gang ein und huschte davon.
Aber leider lag das Problem ganz wo anders. Im Rennsport ist ein Wagen immer unter Kontrolle und wird öfters auseinandergelegt und wieder zusammengeschraubt. Anders aber bei den zivilen Wägen. Da fehlte die Umsorgung. Kaltes und zähes Öl war an der Tagesordnung. Dies hinterließ Spuren und kaum ein Kunde wurde vor teuren Reparaturen geschont. Besonders die Kurbelwellenlager waren davon betroffen und ein Austausch ist schwer, wenn nicht gerade eine Bugatti-Werkstatt in der Nähe ist.
Durch eine Neuentwicklung des Rahmens wurde die Karosserie tragfähiger. Die Bremstrommeln wurden hinter schönen Speichenrädern aus Aluminium versteckt. Nach hinten wurde der Aufbau schmaler. Dieser ist auch ohne jeden Schnörkel entworfen worden. Er orientiert sich stark an dem Rennmobil. Die rechte Tür wurde sogar weggelassen. Zwei Menschen bietet der Wagen ordentlich Platz, obwohl er als Dreisitzer bezeichnet wird. Der Dritte Platz entsteht durch Zurückklappen der Lehne am Fahrersitz.
Der Wagen verfügt über ein aufgesetztes Dach. Durch dünne Rohre erhält es genügend Stabilität.
Auch auf der Rennbahn macht der Typ 43 eine gute Figur. Zum Beispiel auf dem englischen Extremkurs von Brooklands schlug er sich wacker.
Insgesamt wurden 160 Stück gebaut, die bis 1930 an den Mann gebracht wurden. Obwohl mit dem Nachfolger 43 A nochmals Verbesserungen einhergingen, flachte der Absatz ab. Auf Wunsch des Sohnes Jean Bugatti, machte man eine zweitürige Version daraus.