Bentley 3-Litre Speed und Super Sport
Wenn man die nationale Identität an einem Auto ausmachen würde, so wäre das für Deutschland der Mercedes-Benz, für Italien der Ferrari, für Frankreich der Bugatti und der Bentley für die Engländer.
Die Person, die hinter Bentley steht, ist Walter Owen Bentley (1888-1971). Aber er wurde von allen Menschen nur Dabbelju Ou genannt. Er selber ist Eisenbahningenieur und wurde später zum Händler der eher unbekannten Marke DFP (Doriot, Flandrin et Parant).
Im Ersten Weltkrieg war er ein sehr erfolgreicher Hersteller von Flugmotoren für das britische Militär und setzte sich für den Aluminiumkolben ein.
1919 eröffnete er in der Londoner New Street Mews einen Laden und im August des gleichen Jahres gründete er die Bentley Motors Ltd. Seine Partner waren F.T. Burgess und Harry Varley und mit ihnen zusammen wollte er ein Auto unter seinem Namen veröffentlichen.
In der Ausgabe Mai der Zeitschrift Autocar wurde dieses Ziel verbreitet.
Auf der ersten Londoner Motor Show nach dem Krieg konnte davon aber noch nicht wirklich die Rede sein. Man stellte nur ein Chassis vor, dass aber noch vom Fahren weit entfernt war. Zu Weihnachten brüllte dann ein Triebwerk herum, was aber den Zorn der Nachbarn hervorrief. Der Motor war drei Liter groß und so sollte er auch heißen (3 litre). Es war das erste Mal, dass ein britischer Motor nicht nach seiner Leistung benannt wurde.
Das Aggregat war ein Langhuber und hatte die Maße 80 x 149 mm für die vier Zylinder. In Großbritannien wurde die Autosteuer nach der Größe der Bohrung gemessen. Bentley machte kein Geheimnis daraus, dass er sich an den Mercedes-Motoren orientiert hatte. 1915 war es ihm möglich, genau so einen Motor in der Daimler-Niederlassung zu begutachten. Er nahm die Informationen mit und konnte seine eigenen Ideen hinzugeben. Ergebnis waren Monoblock-Vierventiler mit jeweils zwei Zündkerzen. Die Königswelle befand sich vorne im Block und war wie die Kurbelwelle 5fach gelagert.
Der Rahmen des Wagens wurden durch einen u-förmigen Längsträger geformt. Die vier Querstreben und die zwei rohrförmige Stützen komplettierten die Karosserie. Die Achsen waren aufgehängt an Federn und hatten Reibungsstoßdämpfer. Die Bremsen wirkten anfangs nur auf die Hinterachse. Bald aber auch auf alle vier Räder.
Erst 1921 konnte der erste Kunde seinen Wagen abholen. Ein Problem war die arge Geldnot und man musste eine große Hypothek aufnehmen, um das Werk in Cricklewood mit Einrichtungen zu versehen.
Aber nachdem die ersten Schwierigkeiten überwunden werden konnten, kam alles gut ins Rollen. Die Le Mans – Siege förderten den Erfolg von Bentley. Schon im Jahr 1921 konnte man 21 der Three Litres Autos absetzen. Insgesamt verkaufte man 1622 Stück. Jahr für Jahr nahm der Absatz kontinuierlich zu.
Die Modellbenennungen orientierten sich schnell an der Markenfarbe rot. Die Version Speed zum Beispiel hatte einen Radstand von 2982 mm und konnte 85 PS Leistung bringen. Die Lackierung des Wagens war rot. Dieses Modell konnte viel dem Erfolg von Bentley beisteuern.
Zwischen 1924 und 1926 entstanden 15 Stück des Modells Super Sport. Der Radstand war auf 2741 mm verkürzt und durch die Kompression konnte man dem Käufer eine Garantie geben, dass der Wagen auch 100 Meilen pro Stunde schaffte. Dies wurde schriftlich festgehalten. Aber nur in Verbindung mit einer Garantie von einem Jahr. Ohne diese Garantie betrug die Gewährleistung fünf Jahre.