Auburn Speedster

Die Auburn Automobile Co. wurde von den Brüdern Frank und Moris Eckhardt im Jahre 1902 gegründet. Diese hatte ihren Sitz in Auburn in Indiana. Schon ein Jahr später konnte ein Produkt fertig gestellt werden. Ergebnis war ein Runabout, der aber nur einen Zylinder hatte und eher scheu daherkam. Die Motorhaube verbarg aber nur den Tank, unter dem Aufbau lag der Motor.
Das Unternehmen hatte arge Probleme und es konnten kaum Autos verkauft werden. 1924 war der Absatz soweit zurückgegangen, dass man gerade mal sechs Stück absetzen konnte. Auf dem Firmengelände hingegen warteten 500 Modelle auf ihren Besitzer, die aber nicht kamen. Die Baureihe war die Auburn Beauty Six.
Errett Lobban Cord kam des Weges und übernahm die Firma mit Dynamik und Eifer. Er organisierte die Struktur neu und er war sozusagen der Gründer einer neuen Fahrzeuggeneration. Schon zwei Jahre später gründete er das Luxux-Label Duesenberg und im Jahr 1929 kamen noch eine eigene Firma und die Lycoming Motors hinzu. Jetzt waren sie das zweitgrößte Unternehmen in den USA, die Triebwerke herstellten. Nur Continental war größer.
Die erste Maßnahme von Cord war es, die angestaubten Modelle zu entrümpeln. Sie bekamen neue Farben und wurden mit glänzendem Nickel verziert. Die Autos verkaufte er zu 100 Stück an einen Händler in Brooklyn und konnte dadurch die finanzielle Lage des Unternehmens verbessern und konnte nun eigene Projekte realisieren.
Monat für Monat ging es immer weiter bergauf. Nun bekam man immer mehr Erfahrung und zwei Grundsätze wurden gebildet. Stil ist die beste Werbemaßnahme und bei einem Kauf des Autos hat die Ehefrau das letzte Wort. Dadurch kam man zu dem Standpunkt, dass man nur ein einzigstes Modell baute. 1931 war es dann soweit. Obwohl die Wirtschaft gerade von einer Depression geprägt ist, konnten die Auburn-Verkäufe auf über 34 000 Stück steigern. Im Gegensatz zum Vorjahr waren das fast dreimal so viele Exemplare.
Das beste Beispiel für Cords Denkweise war das Modell Auburn Speedster 8-98 aus dem Jahre 1928. Er war lang, niedrig und hatte eine v-förmige Windschutzscheibe. Ein knappes, vollversenkbares Barett und ein markantes Boodsheck komplettierten die Optik.
Der Motor beeindruckt mit acht Zylindern mit 4399 cm³ und 98 PS serienmäßig.
Ab 1931 fehlte der Speedster aber wieder im Produktionsprogramm. Dieser kehrte aber ein Jahr später in einer verstärkten Version wieder und hatte jetzt 160 PS, die aus einem V12 stammten. Das Konzept dafür lieferte George Kublin. Die Ventile waren waagerecht angebracht und diese wurden von einer mittigen Nockenwelle per Schwinghebel gesteuert.
Der Rahmen war kastenförmig und durch Verstrebungen über quer verstärkt. Die Federn lagen nun vorn unterhalb der Achse.
Obwohl der Wagen wunderschön war und dazu nur ein Drittel der Konkurrenten kostete, waren die Verkäufe eher schwach. Für 2250 Dollar war er wohl auch der bisher billigste Zwölfzylinder, den es je gab. Auch die Überarbeitung des Modells (Typ 851 und 852) konnte daran nichts ändern. Die Modelle hatten einen von Augie Duesenberg konstruierten Motor mit acht Zylindern und 148 PS. Auf dem Armaturenbrett gab es eine Plakette, wo jeweils die Höchstgeschwindigkeit eingraviert war. Diese wurde von Ab Jenkins ermittelt und diese Zahl lag immer so um die 100 mph. Aber einige Zweifler waren der Meinung, dass dieses Schildchen schon während des Zusammenbaus angebracht wurde.