Amilcar CGSs

Amilcar ist eine Wortschöpfung aus den zwei Namen Lamy und Akar. Joseph Lamy war der Verkaufsleiter und Emile Akar war der Präsident von der 1921 gegründeten Sociéte Nouvelle pour l`Automobile Amilcar zu St. Denis. Die beiden Männer waren die Finanzgeber der Firma und die technischen Kenntnisse kamen von André Morel und Edmond Moyet.
In den zwanziger Jahren wurde Amilcar schnell in Paris als die Marke bekannt, die Lifestyleprodukte herstellte. Die Modelle waren klein, sportlich, flink und vor allen Dingen bezahlbar.
Das erste Auto aus den Händen Moyets war der CC. Es war ein sehr kleiner Tourer mit einem kurzen Fahrgestell. Er hatte aber kein Differential.
Der Motor war seitengesteuert und hatte 8903 cm³ bei 18 PS. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen wurde der Wagen im eigenen Haus gefertigt. Durch die vielen Erfolge in verschiedenen Bergrennen, konnte Moyet Lamy überzeugen, einen Sportwagen ins Programm zu nehmen. Das war die Geburtsstunde des CS, der einen größeren Motor hatte. 23 PS und 985 cm³ waren das Markenzeichen des Autos. Und die Pferdestärken konnte man auch kaum überhören.
Das Chassis eines anderen Modells war länger und das Auto hatte 20 PS bei 1004 cm³. Verkleidet war er wie die Zweisitzer von Charles Duval. Aber im Gegenteil dazu hatte man hier drei Sitze. Das bekannteste Modell zu dieser Zeit war wohl der Petit Sport.
Die Tourenwagen konnten der Firma das nötige Geld einbringen.
Bis zum Ende des Jahres 1924 konnte man 15000 Autos bauen. Das Team um Edmond Moyet musste in eine größere Fabrik umsiedeln und durch das Geld konnten sie sich bessere Werkzeugmaschinen leisten.
1924 wurde das Topmodell CGS ins Leben gerufen. Er war einfach prächtig. Die schönen Speichenräder, die elegant geformten Kotflügel, der tiefe Einstieg und das moderne Heck waren eine Pracht für das Betrachterauge.
Durch eine Vergrößerung der Bohrung konnten nun 30 PS aus dem Motor geholt werden. Durch den Einbau einer Druckumlaufschmierung wurde der Wagen besser versorgt. Der Einsatz von Bremsen am Vorderrad verlangte nach einem besseren Fahrgestell. Man baute nun neue Halbelliptikfedern ein. Durch die Verbesserungen konnte das Unternehmen eine Garantie für die Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h geben. Bei der Fahrt im offenen Auto blieben die Insassen von dem wehenden Fahrtwind nicht verschont.
1926 konnte man die Produktionszahl auf 4800 Stück steigern. Montiert wurden die Modelle von 1200 Mitarbeitern. Der Gipfel der Entwicklungen bildete der CGSs, den man auch Surbaissé nannte. Er war tiefergelegt und hatte ein um 75 mm verkürztes Fahrwerk. Der Kühler war auch niedriger. Dadurch konnte die bessere Straßenlage erreicht werden. Aber trotzdem wurde sein Vorgänger, der CGS weiterhin in die Welt gebracht. Der CGSs hatte starke 35 PS zu bieten und die Höchstgeschwindigkeit endete erst bei 130 km/h. Vergleicht man die damaligen Landstraßen mit diesen Werten ist das beeindruckend. Wollte man wirklich den Wagen bis zum Maximum ausreizen, musste der Fahrer sich voll und ganz auf die Strecke und den Wagen konzentrieren.
Das Dreiganggetriebe wurde schnell durch vier Stufen ersetzt. Durch den Einbau eines Kompressors wurde die Kraft nochmals erhöht.
Das Emblem war mittlerweile das Flügelroß Pegasus.
Man baute auch in Italien, Deutschland und Österreich unter Lizenz.
Im Endeffekt kann man sagen, dass sich die Investitionen von Lamy und Akar gelohnt haben.