Alfa Romeo 6C 1500

Hinter Maschinen stehen immer Menschen, die sie entwerfen. Im Fall des Alfa Romeo 6C 1500 war das Vittorio Jano. Er war begeisterter Konstrukteur und Organisator.
1923 wollte Nicola Romeo ihn als Rennleiter bei Fiat haben, was Jano auch annahm.
Zwischen den Jahren 1924 und 1937 war Jano zuständig für die Rennwagen im Unternehmen. Markenzeichen war das Kleeblatt.
Sein erstes Werk war der P2, der in seinem ersten Grand-Prix-Rennen sofort gewinnen konnte, dem Preis von Europa in Lyon im Jahr 1924. Außerdem gewann er die Meisterschaft der Marken 1925.
Weil man Jano ehren wollte, wurde das Alfa-Romeo-Emblem von Lorbeer umgarnt.
1926 wechselte Giuseppe Merosi zu der französischen Autobauerfirma Mathis über. Für ihn zwar ein Abstieg, aber Jano konnte den Posten übernehmen. Fortan war er Chefdesigner und das auch im Bereich der Touren- und Rennwagen.
Sein erstes Werk war das Chassis 6C 1500, welches im April 1925 auf der Mailänder Motor Show präsentiert wurde. Nach diesem Erfolg wurde es auch in Paris und London vorgestellt.
Alle Modelle wurden für den Rennsport hergestellt. Der Motor mit sechs Zylindern und 44 PS hatte einen eingebauten Einlasskrümmer und einen Zylinderkopf, der mit dem Motor verbunden war. Dadurch konnten verbrannte Dichtungen erspart werden. Die Nockenwelle wurde durch die Königswelle zur Arbeit angetrieben.
Jano hatte die Meinung, dass alles was gut ist, auch gut aussehen muss. Er war ein sehr ordnungsliebender Mensch. Die Zündkabel wurden von einer Hülle ummantelt. Das Modell war mit Radständen zwischen 3100 und 2895 mm erhältlich. Aber leider waren die Wagen nicht unbedingt sportlich veranlagt.
Im Herbst 1928 löste man aber auch diesen Mangel ab. Der 6C 1500 Sport bekam ein kürzeres Chassis. Durch eine weitere Nockenwelle kann mehr Kraft entwickeln. Als Zwei- oder Viersitzer hatte er jetzt 54 PS und konnte bis 128 km/h beschleunigt werden.
Der Grauguß-Zylinderkopf konnte ab jetzt entfernt werden. Aber ab 1927 wurde in einer Kompressor-Variante die Einheit wieder mit dem Block verschmolzen. Damit musste man die Einheit beatmen. Dies wird mittels eines Roots-Loader gemacht. Der Motor musste zwar etwas nach hinten rutschen, dadurch wurde aber eine bessere Gewichtsverlagerung erreicht.
Für den damals modernen Rennfahrer war der Wagen perfekt. Mit seinen 76 PS und der maximalen Geschwindigkeit von 155 km/h war er zum Gewinnen gemacht. Erkennbar war er durch den Einfüllstutzen für den zusätzlichen Ölbehälter.
Zwischen 1927 und 1929 wurden insgesamt 1075 solcher Modelle verkauft. Die Versionen waren dabei aber verschieden.